Personalentwicklung – News2use – Juli 2011

Auftrittsstress & Lampenfieber

 

Spüren Sie auch, wie Ihr Herz bei dem Gedanken an eine Rede vor für Sie wichtigem Publikum zu rasen beginnt, wie sich die Schweißdrüsen öffnen, während Ihr Mund trocken wird? Und dann noch die roten Flecken am Hals ...
Alles nicht wirklich tragisch, wäre da nicht diese gähnende Leere, die sich in Ihrem Kopf breit macht! Nur durchbrochen von der nagenden Frage: Was sollte ich der Zuhörerschaft alles sagen?
Wie leicht Selbstsicherheit, Selbstvertrauen und Konzentration verfügbar gemacht werden kann, lesen Sie in diesem Newsletter anhand eines Coaching-Beispiels.

Die Coaching-Entscheidung


Wie so häufig: der Erstkontakt entsteht auf Empfehlung und endet mit der spannenden Frage: „Können Sie mir dabei helfen?“ Motivierend ist für Frau W. Schwarzaus (Name absichtlich und in Anlehnung an Blackout geändert), Geschäftsführerin eines renommierten regionalen Unternehmens, dass ich ihrer Freundin rasch und unspektakulär in einer Hypnosesitzung die Flugangst „entsorgt“ habe. Sie konnte sich selbst bei einem gemeinsamen Städteflug nach Barcelona davon überzeugen und möchte nun ihre Angst vor der bevorstehenden Hausmesse loswerden. Ihr Anliegen bezieht sich konkret auf die Eröffnungsrede, die Sie, nach Umbau der Produktionsstätten und dem Neubau des Verwaltungstrakts, im Rahmen der offiziellen Eröffnung mit einer Hausmesse, im Beisein regionaler Polit-, Bank – und Wirtschaftsgrößen, zu halten gedenkt.

(K)Eine Frage der Angst


Zur inneren Vorbereitung der Klientin stelle ich mögliche Coaching-Techniken neben der Hypnose vor und differenziere hinsichtlich des Selbstmanagements und der Eigenverantwortlichkeit. So kommt neben der Meridianpunkte-Klopf-Technik EFT auch Wingwave zur Sprache. Da Frau Schwarzaus aktiv an der Lösung Ihrer Situation beteiligt sein möchte und die Möglichkeiten mit Wingwave faszinierend findet, entscheide ich mich für diese Coaching-Methode. Als erstes möchte sie bei den (bereits vorbereiteten) Inhalten und dem Spannungsbogen auf Nummer sicher gehen und so prüfen wir diese mit Hilfe des kinesiologischen Myostatik-Tests. Zu ihrer eigenen Überraschung testet sie stark, ein Zeichen, dass sie gut mit dem geplanten Inhalt und der Redestruktur klar kommt. „Nun geht es doch ans Eingemachte!“, schmunzelt sie und beginnt mir im Detail ihre körperlichen Symptome zu schildern, wenn sie nur an die bevorstehende Rede denkt. Sie beschreibt anschaulich den Teufelskreis der „Angst vor der Angst“, den sie unbedingt durchbrechen möchte. Auf meine Frage, woher sie denn so genau wisse, wie der Ablauf sei, erzählt sie mir von einer früheren beruflichen Vortragssituation, in der sie kläglich gescheitert ist. Bevor ich mit den Augenbewegungs-Sets beginne, lasse ich Frau Schwarzaus noch einen sicheren Ort emotional-mentalen Erlebens aufsuchen. Sie wählt als Kraftort einen Findling im Waldviertel, bei dem sie als Kind immer gespielt hat und er für sie Ruhe, Freude und Sicherheit symbolisiert. Danach geleite ich sie erlebensmäßig in ihre Problemsituation hinein und beginne, die verschiedenen unangenehmen Emotionen wie Angst, Ärger oder Hilflosigkeit udgl. kinesiologisch abzutesten. Auch hier wieder eine Überraschung: nicht die Angst (wie von ihr benannt) testet schwach, sondern „Hilflosigkeit“. Für mich sind solche Erkenntnisse deshalb aufschlussreich, da mit herkömmlichen Coaching-Methoden am Thema vorbeigearbeitet werden würde. Ich erlebe es häufig, dass Klienten nicht ausreichend differenziert Aussagen über ihre Stimmungen und Empfindungen machen können. Wir leben eben in einer Zeit, in der wir uns wenig mit unseren Befindlichkeiten auseinandersetzen und die Armut sprachlicher Ausdrucksform in Bezug auf Emotionen (gut/schlecht, cool, geil, ...) nachteilig wirkt.

Wink und weg


Auf meine Frage hin beschreibt Frau Schwarzaus ein flaues Bauchgefühl, dem Hitzewallungen mit Schweißausbruch und trockener Mund folgen. Ich beginne sofort mit dem ersten Wink-Set bis Stabilisierung in Form subjektiver körperlicher Verbesserung eintritt. Nach dem 2. Wink-Set beginnt Frau Schwarzaus nach einer kräftigen Schluckbewegung zu strahlen. „Wau, das ist ja echt spitze – ich fühle mich richtig befreit!“ Um auf Nummer Sicher zu gehen, gehen wir im Detail jeden Schritt der Problemsituation vom Begrüßen der Gäste, ..., dem Gang zu Bühne, ..., dem Begrüßen des Publikums, ..., bis zu den Schlussworten durch. Die Klientin durchlebt jeden einzelnen Moment und ich bewinke mit kurzen Sets die letzten Spuren emotionalen Unwohlseins.

Positives Fühlen


Wir beenden diese erste Sitzung mit der Vereinbarung eines weiteren Coachingtermins 3 Tage vor der Hausmesse. Zu dem 2. Termin erscheint Frau Schwarzaus optimistisch und voller freudiger Erwartung: „Ich habe das Skript fertig und in Gedanken schon 3 Mal durchgespielt – ohne Angstgefühle!“ „Das wollen wir doch mal vorsichtshalber testen, einverstanden?“ lade ich sie zur Überprüfung ein. Und wirklich, es waren nur 2 kleine Schwächetestungen, eine beim ersten Blick ins Publikum und dann noch ein ganz spezieller Gast, den meine Klientin nicht wirklich schätzt, da er ihr einmal Probleme bereitet hat. Aber diese zwei Themen sind schnell bewunken. Um Frau Schwarzaus noch die Erfahrung machen zu lassen, wie sie sich selbst in eine situativ passende positive Stimmung bringen kann, verbringen wir die verbleibende Zeit damit, dass Frau Schwarzaus lernt, wie sie sich mittels „Positives Fühlen“ gute Gefühle spürbar und erlebbar machen kann. Sie wählt für die Auftrittssituation „Innere Stärke“, Ruhe & Gelassenheit“, „Sicherheit“ und „Vorfreude“. „Ich glaube ich bin ein anderer Mensch!“ ruft sie nach ca. 15 Minuten begeistert. „Das ist ja irre, ich glaub´s nicht!“
Nach ihrem Versprechen, diese neue Fähigkeit noch 2 Mal täglich zu üben, entließ ich sie.

Sie werden es ahnen, wie die Rückmeldung ausfiel, die ich 3 Tage später per Telefon erhielt: „Alles hat bestens geklappt und die gesamte Messe war ein Riesenerfolg!“ Meine Angst vor solchen Auftritten ist endgültig Geschichte – vielen Dank!
Tja, als Coach hat man es ja nicht immer einfach ;-)) besonders dann, wenn die Wahl der Wege nach „Rom“ vielfältig ist. Umso mehr freue auch ich mich immer riesig mit meinen Klienten. – Vielleicht auch bald mit Ihnen?

Sommerliche Grüße aus dem schönen Linz,
Dieter Vogel

PS:
Falls Sie jetzt selbst Lust auf Coaching bekommen haben, ... die Kontaktaufnahme ist ganz einfach – officedieter-vogelat, oder 0699 – 17 000 435